Wo finde ich Hilfe im Referendariat?

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In jedem Ausbildungsdurchgang quälen sich deutschlandweit regelmäßig tausende von angehenden Lehrkräften durch die Höhen und meist eher Tiefen des Referendariats. Dass die negativen Aspekte zu überwiegen scheinen, dieser Eindruck wird nicht nur durch eine einfache Suchmaschinen-Anfrage bestätigt. In unserer langen Historie an teils sehr persönlichen Beratungsgesprächen mussten wir bei Lehrer|Schüler immer wieder feststellen, dass der Grad an Überforderung angehender Lehrkräfte oft hoch, echte Hilfe aber rar ist.

>>> Welche Probleme haben Referendare?

Es lässt sich feststellen, dass es kaum eine Referendarin oder einen Referendar gibt, der derart souverän durch die harte Ausbildungszeit gehen würde, dass er an den an ihn gestellten (überhöhten) Anforderungen tatsächlich in der Regel unbedingt reift und diese als Chance statt als Problem begreifen kann. Meist sind die Sorgen und Nöte derart belastend, dass ernsthafte gesundheitliche Auswirkungen die Folge sind – das beginnt bei einem fahrig-nervösen Auftreten und setzt sich fort über emotionale Labilität und Einschlafprobleme. Es manifestiert sich oft sogar in einer handfesten Depression, im Extremfall verbunden mit Suizidgedanken. Von den üblichen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten während der Phase einer Berufsausbildung – und nichts Anderes ist das Referendariat im Grunde – einmal abgesehen, zeigen sich in der Regel folgende drei Hauptschwierigkeiten, die in den Beratungsgesprächen von Lehrer|Schüler regelmäßig thematisiert werden.

Lehrer|Schüler - Beratung für Lehrer und Referendare | lehrerschueler.de

Lehrer|Schüler – Beratung für Lehrer und Referendare | lehrerschueler.de

>>> Problem 1 im Referendariat: Überhöhte fachliche Anforderungen

Es ist nicht so, dass den Ausbilderinnen und Ausbildern selbst nicht klar wäre, dass ihre fachlichen Anforderungen für das, was nach dem Referendariat kommt, meilenweit überzogen sind – auch nach einem Studium ist man nicht sofort gleichermaßen topfit in der Behandlung von barocken Gedichten wie bei der Verfassung einer textgebundenen Erörterung, kennt man jede kulturelle Feinheit der spanischen Sprache oder führt mal eben spontan absolut schlüssig und formal korrekt schwierigste Herleitungen von mathematischen Beweisen vor, die man in der Realität dann gar nicht braucht.

Oft gilt die Devise der Ausbilder, dass sie die eigene Leidensgeschichte auch ihren Untergebenen aufbürden – ganz nach den Motti „Nur die Harten kommen in den Garten“ und „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Es fehlt häufig an einer nüchtern-klaren Sicht darauf, was aus dem immensen fachlichen Kanon für den unterrichtlichen Kontext wirklich behaltenswert ist: Was muss SOFORT beherrscht werden, was kann sich die Lehrkraft bei Bedarf (Einsatz in einer entsprechenden Ausbildungsrichtung / Jahrgangsstufe) auf Grund ihrer fachlichen Vorbildung als Akademiker selbst aneignen? Alles, fehlerfrei, sofort, und didaktisch top aufbereitet – das ist in den Augen von Lehrer|Schüler zu viel des Guten und führt unbedarfte Junglehrer erfahrungsgemäß oft gleich zu Karrierebeginn in echte Sinnkrisen.

>>> Problem 2 im Referendariat: Der Ausbilder als Beurteiler

Es gehört zum Grundwesen des Referendariats, dass am Auszubildenden Kritik zu üben ist. Dass diese aber überhart und persönlich oder gar hinter jemandens Rücken geübt werden soll oder darf, das ist keineswegs zielführend, wird aber vielfach praktiziert. Dabei stehen die Ausbilder jedoch selbst unter Zugzwang, müssen sie doch, „von oben“ verordnet, selektieren. Wie legt man sich nun schon nach wenigen Wochen zumindest tendenziell auf eine gerechte Beurteilung fest? Nicht immer zeigen sich bereits dann so große Unterschiede, dass sich die vorgegebene Quote an Noten von 1-5 von selbst ergibt.

Das Grundübel des Referendariats ist es, dass meist der Ausbilder in letzter Instanz auch als Beurteiler fungiert. Auf den Punkt gebracht: Wie soll man sich als Referendar jemandem gegenüber öffnen und auch in einer schlechten Phase diesem sein Herz freimütig ausschütten, wenn es dieselbe Person ist, die nachher über das Wohl und Wehe aller Prüflinge entscheidet? Un wurde in den Lehrer|Schüler-Beratungsgesprächen oftmals das Leid geklagt, dass naive Aussagen vom Ausbildungsbeginn plötzlich in abgewandelter Form ihren Weg in das abschließende Gutachten fanden. Wenn Beratungsbedarf als Hilflosigkeit und vertrauensvolles Sich-Öffnen als Schwäche ausgelegt werden, ist dies nicht fair und schon gleich gar nicht psychohygienisch wertvoll.

>>> Problem 3 im Referendariat: Einbahnstraße Lehramtsstudium

Auch die Umstellung von Staatsexamen auf Bachelor und Master hat das Hauptproblem angehender Lehrer nicht lösen können (und ernsthaft wollen). Wenn man nun also Lehrer werden will, muss man von Anfang an mehrgleisig fahren, um ggf. noch umschwenken zu können. Mit Anfang 20 ist ein derartiger Weitblick ganz schön viel verlangt. Und so stürzen sich beispielsweise nach wie vor Massen an Germanistik- und Geschichtsstudenten in die vermeintlich sichere Beamtenkarriere und enden je nach Einstellungssituation als arbeitsloser Deutsch- und Geschichtslehrer. Die Gesetze des Marktes wollen es so, dass bei einem massiven Überangebot an Lehrkräften eben nicht genügend Nachfrage für alle da ist. Lehrer|Schüler sieht hier also einige Stolpersteine, die vielen angehenden Lehrerinnen und Lehrern aber häufig erst dann zum Verhängnis werden, wenn die Ausbildung schon weit fortgeschritten und die Möglichkeit der beruflichen Neuotientierung für Lehrer zumindest sehr risikobehaftet ist.

Kaum jemand befindet sich so lange in Ausbildung wie Lehramtsstudenten. Bis sie „berufsreif“ sind, sind die meisten deutlich über 30. Da können – im negativen Sinne – deutschlandweit nur Anwälte und Ärzte mithalten. Wenn ein arbeitsloser Deutsch- und Geschichtslehrer in der Phase der Familiengründung dann feststellen muss, dass „Deutsch sprechen“ und „Geschichtswissen haben“ in der freien Wirtschaft keine sehr begehrten Qualifikationen sind, wird es schnell eng, und die Zukunftsperspektiven sind realistisch gesehen mau. Diese plakative Darstellung aus der Sicht eines Unternehmers, der vielleicht eine ausgebildete Lehrkraft einstellen könnte, zeigt eines der Hauptprobleme, das vielen Junglehrern zum Verhängnis wird: Das Lehramtsstudium ist nach wie vor eine Sackgasse und bevor viele das realisieren, ist es schon wenn nicht zu, dann zumindest sehr spät.

>>> Wo finde ich professionelle Hilfe und Beratung für Referendare?

Wir von Lehrer|Schüler bieten spezifische und individuelle Hilfe bei allen Problemlagen im Referendariat. Dies betrifft fachlich-methodische Unterstützung ebenso wie psychologische Beratung und Betreuung, falls nötig und hilfreich. Wir sprechen mit Ihnen den gewünschten Umfang und die Inhalte ab und führen regelmäßige Gespräche – natürlich absolut vertraulich.

Auch bieten wir im Anschluss an das Referendariat Unterstützung für die schwierige Phase des Berufseinstiegs sowie Hilfe während des späteren Berufslebens in Form einer kollegialen Fallberatung im Zweiergespräch. Sollte sich im Verlauf der Berufstätigkeit als Lehrkraft herausstellen, dass man sich innerhalb des Schulsystems umorientieren oder vielleicht sogar aus dem Lehrerberuf aussteigen möchte, bieten wir Unterstützung bei dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung als Lehrkraft.

>>> Passende Beratungsangebote von Lehrer|Schüler


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