Schwanger werden nach dem Referendariat – mit schlechtem Gewissen zur Planstelle?

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In jedem Ausbildungsdurchgang teilen zahlreiche fertig ausgebildete Referendarinnen und Referendare eines Lehramts am Ende des Vorbereitungsdienstes nach den Erfahrungen von Lehrer|Sch├╝ler dieselbe Bef├╝rchtung: „Wenn wir jetzt schwanger werden, habe ich denn dann wirklich keine Nachteile als angehende Lehrkraft?“ Besonders Frauen, die ja nun einmal aus naheliegenden Gr├╝nden viel unmittelbarer betroffen sind, schlagen sich oft n├Ąchtelang mit dem Gedanken herum, wie ihr k├╝nftiger Dienstherr auf eine Schwangerschaft reagieren k├Ânnte und ob sie damit eine Planstelle, die ihnen eigentlich in Aussicht steht, riskieren k├Ânnten. Wir m├Âchten Sie daher heute mit drei Denkanst├Â├čen versorgen, die Ihnen zeigen sollen, dass Sie als P├Ądagogin oder P├Ądagoge w├Ąhrend des Berufseinstiegs und kurz vor einer Familiengr├╝ndung der beruflichen Zukunft gelassen entgegensehen sollten – und nat├╝rlich m├Âglichst auch der privaten ­čÖé

>>> „Riskiere ich als Lehrerin meine Planstelle, wenn ich jetzt schwanger werde?“

Die h├Ąufigste Bef├╝rchtung, die Lehramtsreferendarinnen w├Ąhrend des Lehrer|Sch├╝lerCoachings im Vorbereitungsdienst ├Ąu├čern, ist die, dass sie benachteiligt werden k├Ânnten, wenn sie rund um die Planstellenvergabe f├╝r Lehrkr├Ąfte schwanger werden sollten. Sie fragen sich, ob sie dann nicht nachrangig ber├╝cksichtigt werden, wenn sie auf Grund einer Schwangerschaft absehbar den Dienst nicht oder nur kurz antreten k├Ânnen. Diese Angst mag aus Sicht der angehenden P├Ądagogin und Mutter logisch erscheinen, sie ist jedoch pauschal unbegr├╝ndet. Schon aus arbeitsrechtlicher Sicht w├Ąre es wohl schwierig machbar, eine Bewerberin gezielt von der Planstellenvergabe auszuschlie├čen, die streng nach Staatsnote erfolgt. Es ist klar geregelt, nach welchen Kriterien neue Lehrerstellen vergeben werden – eine Vorauswahl zum Nachteil einzelner Bewerberinnen oder Bewerber nach dem Filter einer bestehenden oder beabsichtigten Schwangerschaft, generell nach Geschlecht, Familienstatus, Herkunft oder Religion w├Ąre sexistisch und/oder rassistisch und daher aus ethisch-moralischer Sicht nicht zu verantworten – und sicherlich auch nicht in juristischer Hinsicht.

Lehrer|Sch├╝ler - Beratung f├╝r Schulleitungen | lehrerschueler.de

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Doch dann denken Sie als betroffene Leserin jetzt vielleicht weiter: „Sch├Ân und gut, aber wie wird denn die neue Schule dann reagieren, wenn ich mich in die Elternzeit verabschiede, bevor ich ├╝berhaupt meinen Dienst als Lehrkraft angetreten habe? Bin ich dann nicht von vornherein ‚unten durch‘?“ Auch diese Bef├╝rchtung m├Âchten wir als ├╝berzogen zur├╝ckweisen. Der beste Gefallen, den Sie Ihrer neuen Schule tun k├Ânnen, ist, sie rechtzeitig ├╝ber Ihre besonderen Umst├Ąnde zu informieren – verhindern kann und wird sie diese ohnehin nicht. Die Schaffung┬á von Planungssicherheit – dazu tr├Ągt auch die fr├╝hzeitige Mitteilung ├╝ber absehbare Ver├Ąnderungen bei – ist der wichtigste Aspekt, um eine Schule professionell f├╝hren zu k├Ânnen. Wenn man nur rechtzeitig davon wei├č, kann man von Seiten der Schulleitung fast jede Unw├Ągbarkeit planerisch ber├╝cksichtigen oder wenigstens eine kreative L├Âsung finden. Eventuell kommt Ihre Abwesenheit der Schule ja sogar ganz gelegen, um die ein oder andere „Delle“ in den bisherigen Planungen auszugleichen – beispielsweise, wenn andere Kolleginnen und Kollegen dringend mit mehr Stunden versorgt werden m├╝ssen, weil sie in Teilzeit aufstocken m├Âchten oder weil eine andere Lehrkraft aus deren Elternzeit zur├╝ckkommt und diese nun in betr├Ąchtlichem Ma├č „eingebaut“ werden muss.

>>> Gesunder Egoismus als schwangere Referendarin im Lehramt – denken Sie auch an sich!

Lehrer|Sch├╝ler - Beratung f├╝r Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

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Es ist ein menschlich feiner Zug, wenn Sie als Referendarin bei dem Gedanken an die eigene Schwangerschaft sorgsam abw├Ągen und dabei auch die Belange der neuen Schule ber├╝cksichtigen wollen. Doch wir von Lehrer|Sch├╝ler pl├Ądieren an dieser Stelle ganz klar daf├╝r, dass Sie als Lehrkraft in anderen Umst├Ąnden auch einmal ganz massiv an sich denken. Eine Schwangerschaft ist f├╝r jeden Menschen so in etwa das gr├Â├čte Abenteuer, das das Leben zu bieten hat. Wie Sie wissen, sind Schwangerschaften nicht planbar und bei allem p├Ądagogentypischen Organisationsehrgeiz und bei aller M├╝he, die Sie sich geben, alles richtig zu machen, liegt es letztendlich nicht in Ihren H├Ąnden, wie sie genau verl├Ąuft und ob am Ende alles gutgeht. Daher sollten Sie sich als schwangere Lehrerin zun├Ąchst einmal selbst die N├Ąchste sein – stellen Sie Ihr Wohlergehen und das Ihres ungeborenen Kindes ├╝ber alle beruflichen ├ťberlegungen!

Worin kann dieser angebrachte gesunde Egoismus nun also konkret bestehen? Es geht hierbei nicht um eine r├╝cksichtslose Ellbogenmentalit├Ąt, sondern um eine gezielte Priorit├Ątensetzung, wann immer es sinnvoll erscheint. Das bedeutet: Vertretungsstunden, also letztlich unbezahlte Mehrarbeit, leisten Sie so ab, dass Sie sich nichts vorzuwerfen haben. Aber sicher nicht mit intensiver und zeitaufw├Ąndiger Vorbereitung. Trauen Sie sich „T├╝rschwellenp├Ądagogik“ zu – Sie sind schlie├člich ausgebildete Lehrkraft! Ihren regul├Ąren Unterricht sollten Sie nicht – wie m├Âglicherweise bisher – mit unangebrachtem Perfektionismus ableisten, sondern solide 08/15-Unterrichtsstunden bieten, den Sie notfalls auch „aus dem ├ärmel sch├╝tteln“ k├Ânnen, wenn es sein muss. Vertrauen Sie auf Ihre Erfahrung und auf Ihr K├Ânnen als P├Ądagogin! Und: Wenn es Ihnen so schlecht geht, dass Sie nicht arbeiten k├Ânnen, bleiben Sie zu Hause! Seien Sie bei der Beurteilung Ihrer gesundheitlichen Verfassung zudem kulant mit sich selbst – Sie wollen nicht nachher, wenn etwas Schlimmes passiert ist, feststellen m├╝ssen, dass Sie sich und Ihrem Kind zu viel zugemutet haben!

>>> Warum Ihre Schulleitung mit Ihrer Schwangerschaft als Lehrerin zurechtkommen muss

Machen Sie sich als schwangere Lehrkraft blo├č nicht zu viele Gedanken um Ihre Schulleitung! Sie w├Ąren ├╝berrascht, wie wenig sich eine Direktorin oder ein Direktor letztlich gedanklich mit Ihnen befasst, sobald Sie die Neuigkeit des baldigen Nachwuchses in Ihrem Lehrerhaushalt verk├╝ndet haben. Eine Schwangerschaftsanzeige ist aus Sicht der F├╝hrung der Schule zun├Ąchst einmal eine weitere organisatorische Aufgabe – die, ganz nebenbei, zum t├Ąglichen Brot einer Schulleitung geh├Ârt. Die Einsatzplanung des Lehrk├Ârpers ist die Kernkompetenz einer Schulleiterin oder eines Schulleiters – oder sollte es zumindest sein. Was viele Lehrkr├Ąfte ├╝bersch├Ątzen, ist die eigene Unentbehrlichkeit im System Schule. Bedenken Sie: Wenn Sie einen gesundheitlichen Notfall h├Ątten, m├╝sste die Schule auch von heute auf morgen ohne Sie auskommen. Und sie w├╝rde es auch unproblematischer tun als Sie es sich vielleicht eingestehen.

Lehrer|Sch├╝ler - Beratung f├╝r Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

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Davon abgesehen findet Lehrer|Sch├╝ler, dass die Personaldecke durch die verantwortlichen Stellen eben so ausgestaltet sein muss, dass unbedingt auch ein Puffer f├╝r unvorhergesehene Ereignisse eingeplant ist. Unternehmen in der freien Wirtschaft bilden zu diesem Zweck betr├Ąchtliche R├╝cklagen und was das „Humankapital“ in der Schule angeht, ist der Dienstherr zusammen mit der Schulleitung gefordert, eine entsprechende Personalausstattung sicherzustellen. Kurz gesagt: Es ist nicht Ihr Problem als „einfache Lehrkraft“, wenn Sie Ihrem guten Recht auf unbeeinflusste Familienplanung nachgehen – also machen Sie es auch nicht zu Ihrem! Eine wirklich f├Ąhige Schulleiterin oder ein wahrlich kompetenter Schulleiter wird das auf ihn zukommende Problem als Herausforderung sehen, die es zu meistern gilt. In jeder Krise steckt eine Chance und es besteht bei Ihrer schwangerschaftsbedingten Abwesenheit zum Beispiel auch die Gelegenheit, organisatorisch fortan andere Wege zu gehen, neue Teams zu bilden und die Aufgabenverteilung im Lehrerkollegium grundlegend zu ├╝berdenken. Insofern besteht nun wirklich gar keine Grund, sich als schwangere Referendarin oder Lehrerin unn├Âtig einen Kopf zu machen – verwenden Sie diese Zeit lieber daf├╝r, sich auf den Familiennachwuchs zu freuen!

>>> Passende Beratungsangebote von Lehrer|Sch├╝ler


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