Schreckgespenst Amtsarzt – Hilfe und Tipps für Referendarinnen und Referendare eines Lehramts

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Die erste große Hürde nach dem eigentlichen Lehramtsstudium, die angehende Lehrkräfte nehmen müssen, ist der verpflichtende Besuch beim Amtsarzt. Im Rahmen einer gründlichen Untersuchung wird der baldige Lehrkörper einer Ganzkörperbeschau unterzogen, damit abgeschätzt werden kann, ob einer möglichen Einstellung in den Staatsdienst aus ärztlicher Sicht nichts entgegensteht. Um diesen Pflichttermin einer jeden Lehrkraft ranken sich zahlreiche Mythen und Gerüchte. Mit diesem Artikel wollen wir von Lehrer|Schüler darüber aufklären, was Sie wirklich erwartet, wenn Sie bald zum Amtsarzt müssen und wir wollen Ihnen wertvolle Tipps geben, wie Sie sich bei der Eignungsuntersuchung für die Aufnahme in das Beamtenverhältnis als Lehrerin oder Lehrer geschickt verhalten.

>>> Was passiert bei dem Gang zum Amtsarzt vor dem Referendariat für ein Lehramt?

Lehrer|Schüler - Beratung für Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de
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Es handelt sich bei der Vorladung zur amtsärztlichen Untersuchung für Lehramtsreferendarinnen und Lehramtsreferendare letztlich um eine Routinemaßnahme, bei der überprüft werden soll, inwiefern Sie körperlich, psychisch und seelisch geeignet sind, um in das Beamtenverhältnis, das ja auf Lebenszeit angelegt ist, übernommen zu werden. Das Interesse des künftigen Dienstherrn an diesem Check-Up ist nachvollziehbar: Lehrer|Schüler hat in zahlreichen Beratungsgesprächen mit ausstiegswilligen Lehrkräften immer wieder festgestellt, dass Burnout und Depressionen bei Lehrerinnen und Lehrern sich unter nahezu allen Pädagoginnen und Pädagogen finden, die sich bei uns melden, um Hilfe dabei zu bekommen, aus dem Lehramt auszusteigen und sich als Lehrkraft beruflich neuzuorientieren. Vereinfacht gesagt soll bei der Untersuchung also herausgefunden werden, inwiefern Sie für den jahrzehntelangen beruflichen Stress im Lehrerbjob gerüstet sind und wie hoch aus Sicht des Arbeitgebers in spe das Ausfallrisiko ist, das er natürlich minimieren möchte. Die Übernahme einer Lehrkraft in das Beamtenverhältnis stellt für den Dienstherrn eine massive und auf Jahrzehnte angelegte finanzielle Verpflichtung dar, die besonders in der Phase nach der Pensionierung mit heftigen Kosten zu Buche schlägt. Natürlich soll daher auf Nummer sicher gegangen werden, damit der Pensionierungsfall nicht früher als erwartet eintritt.

Sie werden daher von Kopf bis Fuß durchgecheckt – ein Hör- und Sehtest, das Abtasten des Skeletts, einige Dehn- und Streckübungen und die Überprüfung des Gleichgewichtssinns gehören eigentlich grundsätzlich zu den Bestandteilen der amtsärztlichen Untersuchung. Diese kann jedoch im Detail von Bundesland zu Bundesland – und sogar von Ort zu Ort – ganz unterschiedlich und auch verschieden intensiv ablaufen. In der Regel gehört zur körperlichen Untersuchung auch ein umfangreiches Arztgespräch auf der Grundlage der von Ihnen in zahlreichen Fragebögen gemachten Angaben zu allen wichtigen Facetten Ihrer Persönlichkeit sowie zu Ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte in allen relevanten Bereichen. Sie werden sozusagen komplett „durchleuchtet“ und da Sie bei dieser Gelegenheit das erste Mal ein Arztgespräch führen, bei dem Sie sich nicht zu 100% auf die ärztliche Schweigepflicht verlassen können – denn diese mussten Sie zuvor für die anstehende Untersuchung einschränken, was ja in Ihrem Interesse ist -, ist das etwas bange Gefühl der Nervosität, das viele angehende Referendarinnen und Referendare eines Lehramts beim Amtsarztbesuch verspüren, nur menschlich und absolut nachvollziehbar.

>>> Wie verhalte ich mich beim Amtsarzt als Referendarin oder Referendar richtig?

Zuallererst ist es wichtig zu sagen, dass Sie grundsätzlich auskunftspflichtig sind und auch zwingend wahre Angaben machen müssen, wenn Sie den amtsärztlichen Fragebogen vor der Aufnahme des Vorbereitungsdienstes erhalten. Lügen und halbwahre Aussagen sind absolut tabu. Stattdessen sollten Sie Ihre eigene Krankengeschichte sogar noch einmal en detail durchgehen und auf alle erwartbaren Fragen eine plausible Antwort haben. Es wäre ungeschickt, von sich aus das Thema auf Ihre Schwachpunkte zu lenken – das müssen Sie nicht -, aber wenn das Gespräch dann darauf kommt, sollten Sie souverän antworten können. Das kann man vorher vor dem Spiegel oder mit einer Freundin / einem Freund gut üben. Es empfiehlt sich auch, den oder die zuständige(n) Haus- oder Facharzt bzw. -ärztin zu konsultieren, die oder der für eine Behandlung in der Vergangenheit verantwortlich und intensiv eingebunden war, und das weitere Vorgehen mit ihr oder ihm abzusprechen.

Ansonsten sollten Sie sich selbst positiv einstellen: Kleiden Sie sich am Tag der Untersuchung gut und so, dass Sie sich unbedingt wohlfühlen, jedoch nicht überzogen! Ein guter Tipp von Lehrer|Schüler: Ziehen Sie die Klamotten an, die Sie auch als Lehreroutfit in der Schule tragen würden! Somit strahlen Sie dann auch eine professionelle Ruhe in Ihrer künftigen beruflichen Rolle aus. Vermitteln Sie generell mit Ihrem Auftreten, dass Sie den Termin zwar mit dem gebotenen Ernst angehen, dabei aber nicht eingeschüchtert sind. Die Logik des Amtsarztes ist klar: Wem schon bei einem solchen vergleichsweise harmlosen Termin die Nerven flattern und wem man die Nervosität auf 100 Meter ansieht, der dürfte es vor einer 30-köpfigen Klasse voller hormongesteuerter Teenager schwer haben. Also arbeiten Sie vor dem Termin ganz bewusst an Ihrer Ausstrahlung!

Lehrer|Schüler - Beratung für Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de
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Ganz wichtig: Lesen Sie nichts über Horrorstories bei der amtsärztlichen Untersuchung vor dem Vorbereitungsdienst für ein Lehramt in einschlägigen Lehrerforen! Bedenken Sie: Jede Untersuchung ist ein Einzelfall und in solchen Foren schreiben tendenziell eher diejenigen, die unangenehme Erlebnisse hatten, um diese zu verarbeiten – die sie dann auch massiv ausschmücken und übertreiben und die meist nicht von einer großartigen Einsicht in eine mögliche eigene Mitschuld am ungünstigen Ausgang der Untersuchung geprägt sind. Wenn Sie sich unbedingt mit anderen Menschen über den Amtsarzttermin austauschen wollen, sprechen Sie nur mit solchen Kolleginnen und Kollegen, die ihn bereits hinter sich haben und bei denen es gut gelaufen ist! Diejenigen werden froh sein, dass sie jemand danach fragt und Sie selbst beruhigen Ihre eigenen Nerven.

>>> Was kann beim Amtsarzt schiefgehen? – Tipps für den Worst Case nach dem Amtsarztbesuch als Referendarin oder Referendar für ein Lehramt

Im allerungünstigsten Fall wird man Ihnen die Zusagung der Verbeamtung als Lehrkraft zunächst verweigern – meist unter der Auflage eines Folgetermins, bis zu dem Sie weitere Unterlagen beibringen oder gesundheitliche Defizite, sofern möglich, ausgleichen können. Lehrer|Schüler rät zu einer realistischen Einschätzung der Lage: Verstehen Sie, dass der mögliche Dienstherr im Grunde ein ebenso großes Interesse daran hat, Sie für geeignet zu befinden wie Sie selbst. In Zeiten des Lehrermangels werden oftmals viele Fälle „durchgewunken“, die bei einer anderen Marktlage deutlich kritischer gesehen werden dürften. In den kommenden Jahren rollt erneut eine massive Pensionierungswelle an den Schulen und eine Zeit des erhöhten Lehrerbedarfs auf Sie zu – also nutzen Sie Ihre zweite Chance, um zu beeindrucken!

Wenn Sie die amtsärztliche Untersuchung nicht auf Anhieb bestanden haben oder sich vor dem Termin fürchten, beraten unsere professionellen Coaches Sie gerne individuell, kompetent und 100% vertraulich. Wir haben Personal aus ganz verschiedenen Bereichen und mit umfangreichen Zusatzqualifikationen, das Sie vor, während und nach dem Amtsarztbesuch im Einzelcoaching betreut – auch für den Fall, dass Sie doch lieber den Weg des Ausstiegs aus dem Lehrerberuf und der beruflichen Umorientierung als Lehrkraft gehen wollen. Es bietet sich auch an, dass Sie vor unserem Beratungsgespräch, aber nach der Zusendung des offiziellen Bescheids des Amtsarztes nochmals Kontakt zu Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt aufnehmen, damit Sie mit einer aktuellen medizinischen Einschätzung in unser gemeinsames Coaching für Referendarinnen und Referendare eines Lehramts starten.

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Kontaktieren Sie uns jederzeit gerne!


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