Der Umgang mit Prüfungsangst bei Schülern

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Wenn ihm die Hände zittrig werden, ihm die Schweißperlen auf der Stirn stehen und Ihr Kind keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, könnte es sich um Prüfungsangst handeln. Diese Aufgeregtheit geht weit über die normale Nervosität vor Leistungskontrollen in der Schule hinaus. Schätzungsweise leidet sogar jeder sechste Jugendliche unter diesem Zustand. Doch wie können Eltern, Lehrkräfte und auch die Schülerinnen und Schüler selbst mit dieser Angst umgehen? Lehrer|Schüler hat die besten Tipps zum Umgang mit der Panik vor Prüfungen zusammengetragen.

>>> Wodurch wird Prüfungsangst bei Schülerinnen oder Schülern ausgelöst und wie erkennen Sie diese?

Die Prüfungsangst geht über eine normale Nervosität in schulischen Stresssituationen hinaus und kann nicht nur einer einzigen ausschlaggebenden Ursache zugeordnet werden. Vielmehr wird sie hervorgerufen durch eine Verkettung mehrerer Eigenschaften, die zum einen aus dem Charakter des Kindes und zum anderen aus dem Verhalten der Eltern von Schülerinnen und Schülern bestehen. So liegt es oftmals daran, dass die oder der Jugendliche kein ausreichend positives Selbstwertgefühl hat und deshalb am eigenen Können zweifelt. Im Regelfall tritt dies bei Mädchen statistisch häufiger auf als bei Jungen.

Lehrer|Schüler - Beratung für Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de
Lehrer|Schüler – Beratung für Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

Dabei muss dieses schwach ausgeprägte Selbstwertgefühl bei Schülerinnen und Schülern nach der Erfahrung der Beraterinnen und Berater von Lehrer|Schüler nicht in allen Lebensbereichen auffallen. Es kann gut sein, dass Ihr Kind beispielsweise bei sportlichen Wettbewerben keinerlei Probleme mit dem Prüfungsdruck hat, während es in der Schule gehemmt ist. Nicht selten hängt dies auch mit der Angst vor der Reaktion der Eltern bei schlechten Noten zusammen. Eine gewisse Überforderung kommt zustande, die eine richtige Blockade hervorruft und das Abrufen des gesamten Leistungspotenzials in der Schule verhindert.

Um herauszufinden, ob Ihr Sohn oder Ihre Tochter unter Prüfungsangst leiden, sollten Sie auf folgende Merkmale kurz vor einer Leistungskontrolle achten:

  • Schlafstörungen bzw. unruhiger Schlaf

  • Extrem nervöses Verhalten mit physiologischen Auffälligkeiten wie Zittern oder Schweißausbrüche

  • Appetitlosigkeit

  • Blackout

  • Wiederkehrend schlechte Noten trotz Lernens oder sogar der Wahrnehmung von Nachhilfestunden

  • Migräneanfälle

  • Weinen

  • Negatives Selbstbild der Schülerin oder des Schülers

>>> Welche Schülerinnen und Schüler sind besonders stark von Prüfungsangst betroffen?

Wie bereits beschrieben, hängt es häufig mit der Persönlichkeitsstruktur der Schülerin oder des Schülers zusammen, ob sie oder er unter extremer Angst vor schulischen Leistungserhebungen leidet. Lehrer|Schüler empfiehlt Eltern folgender Kinder, besonders sensibel auf die genannten Anzeichen zu achten:

  • Perfektionistische und sehr ehrgeizige Schülerinnen und Schüler: Kinder und Jugendliche mit diesen Charaktereigenschaften neigen dazu, sich selbst zu wenig zuzutrauen oder sich zu sehr auf Kleinigkeiten zu konzentrieren. Hierdurch setzen sie sich selbst vermehrt unter Druck.

  • Schülerinnen und Schüler mit Lernblockaden: Scheinbar offensichtlich faule Kinder und Jugendliche sind dies unter Umständen gar nicht, sondern leiden unter einer Lernblockade. Diese hindert die Heranwachsenden daran, neuen Stoff aufzunehmen. Meist merken dies die Schülerinnen und Schüler selbst und geraten in Panik, da sie schlechte Noten befürchten.

>>> Was Schülerinnen und Schüler selbst gegen die Panik vor Prüfungen tun können

Ab einem gewissen Alter – welches in etwa bei 14 Jahren liegt – sind die Jugendlichen im Regelfall reif genug, um aktiv etwas gegen ihre Schulangst zu unternehmen. Zu den wichtigsten Strategien gehört die Schulung und Einübung des positiven Denkens. Aus der Einstellung „Ich werde die Prüfung sowieso nicht schaffen!“ müssen Betroffene den Leitsatz „Ich glaube an mich und kann das schaffen!“ machen. Am besten erinnern Sie Ihr Kind mehrfach täglich daran, diese Einstellung zu verinnerlichen.


Lehrer|Schüler-Profitipp: Kurz vor dem Schlafengehen ist ein mehrmaliges Wiederholen eines „Mut-Mach-Spruches“ für Schülerinnen und Schüler am effektivsten, da das Gehirn während der Ruhephase ausreichend Zeit hat, dieses Mantra zu verarbeiten.


Lehrer|Schüler - Beratung für Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de
Lehrer|Schüler – Beratung für Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Auch der Erwerb neuer Lernstrategien kann zur Verbesserung von Prüfungsangst bei Schülerinnen und Schülern beitragen. Fühlt sich das Kind bzw. die oder der Jugendliche nämlich gut vorbereitet, fällt es einfacher, den schulischen Druck auszuhalten. Je nachdem, welcher Lerntyp Ihr Kind ist, müssen Sie mit Ihrem Sprössling die entsprechende Lernstrategie anwenden. Die Umstellung kann zwar etwas dauern, die Mühe zahlt sich aber garantiert aus.

Parallel zur neuen Lernstrategie sollten auch Entspannungstechniken eingeübt werden: Autogenes Training, Yoga, progressive Muskelentspannung und ähnliche Strategien zur Herbeiführung eines Entspannungszustands für Schülerinnen und Schüler können sowohl vor als auch während der Prüfung zu mehr Gelassenheit beitragen.

Was machen Sportler vor einem Wettbewerb? Genau, sie gehen die entsprechende Kür immer wieder durch und besprechen den Ablauf des Wettkampfes mit anderen Menschen. Genau dasselbe sollten auch Sie mit Ihrem Kind tun! Simulieren Sie Prüfungssituationen! Drucken Sie sich hierfür Leistungskontrollen aus dem Internet aus und geben Sie der Schülerin oder dem Schüler nur eine gewisse Zeitspanne zur Bearbeitung! So wird die eigentliche Angstsituation zur Routine und verliert ihren Schrecken.

>>> So helfen Sie Ihrem Kind bei der Überwindung von Prüfungsangst

Damit sich Ihr Sprössling von seiner Panik befreien kann, sollten Sie als Eltern mit gutem Vorbild vorangehen. Zeigen Sie ihm nicht Ihre eigene Verunsicherung! Bleiben Sie gelassen und souverän, wenigstens äußerlich! So können Sie der schulischen Prüfungsangst sogar effektiv vorbeugen.

Lehrer|Schüler - Beratung für Eltern von Schülern | lehrerschueler.de
Lehrer|Schüler – Beratung für Eltern von Schülern | lehrerschueler.de

Zudem sollten Sie Ihre eigene Erwartungshaltung herunterschrauben! Wie bereits erwähnt, wird die Angst vor schulischen Leistungserhebungen unter Schülerinnen und Schülern häufig durch die Panik vor der elterlichen Reaktion ausgelöst. Muss Ihr Kind keine Folgen befürchten, nimmt ihm das den Druck und die drohende Überforderung in der Schule.

Machen Sie Ihrem Kind Mut und bestärken Sie es in seinem Können! Sehen Sie, dass sich Ihre Tochter oder Ihr Sohn wirklich Mühe gibt und den Schulstoff paukt, können Sie es ihr oder ihm ganz direkt sagen. Das stärkt das Selbstwertgefühl enorm.


Lehrer|Schüler-Profitipp: Bei zu starker Prüfungsangst müssen Sie sich unbedingt professionelle Hilfe von einem Kinder- und Jugendpsychologen holen! Fragen Sie in der Schule Ihres Kindes nach, ob eine Schulpsychologin oder ein Schulpsychologe zu sprechen ist und gehen Sie auf vorhandene Hilfsangebote ein!


>>> „Erste Hilfe“ bei schulischer Prüfungsangst: Als Lehrkraft oder Elternteil mit Angstzuständen bei Schülerinnen und Schülern richtig umgehen

Als Lehrkraft tragen Sie maßgeblich dazu bei, dass es Ihren Schülerinnen und Schülern gutgeht. Merken Sie, dass sich eine Person vor sowie während einer Leistungskontrolle auffällig verhält, sollten Sie sofort Kontakt mit den Erziehungsberechtigten aufnehmen. Ein Vier-Augen-Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler selbst kann ebenfalls erste Verbesserungen erzielen.

Prüfungsangst kommt häufig mit psychischen sowie körperlichen Symptomen zum Vorschein. Bemerken Eltern oder Lehrkräfte Anzeichen von Prüfungsangst bei einer Schülerin oder einem Schüler, ist der sofortige Kontakt zueinander angeraten. Mit Entspannungs- und speziellen Lerntechniken können Symptome behoben werden. In besonders schweren Fällen ist ein Besuch bei einer psychologisch geschulten Fachkraft unausweichlich. Bei Lehrer|Schüler können Eltern von Schülerinnen und Schülern zudem pädagogische und fachliche Unterstützung und Begleitung erhalten, ein professionelles Beratungsangebot, in dessen Rahmen praxisrerfahrene und mehrfachqualifizierte Lehrkräfte Sie kompetent im Umgang mit schulischen Krisensituationen coachen.

>>> Passende Beratungsangebote von Lehrer|Schüler


Kontaktieren Sie uns jederzeit gerne!


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