Effizientes Zeitmanagement als Lehrkraft – oder: Das Pareto-Prinzip und die Schule

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Kennen Sie Vilfredo Pareto? Nein? Dann sollten Sie ihn kennenlernen! Der italienische Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe (1849-1923) ist der Entdecker des nach ihm benannten Pareto-Prinzips, das auch bei unseren Beratungen fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer bei Lehrer|SchĂŒler immer wieder eine Rolle spielt. Es besagt in aller KĂŒrze, dass bei  irgendeinem bestimmten Projekt, sei es der Bau eines Hauses oder die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit, 80 Prozent des Erfolgs in nur 20 Prozent der aufgewendeten Arbeitszeit erreicht werden. Zur Vollendung des Werks sind dann aber die restlichen 80 Prozent an Aufwand notwendig. Dieser erstaunliche Zusammenhang – man spricht auch von der „80-20-Regel“ – tritt in ganz vielen alltĂ€glichen und beruflichen Kontexten auf, wenn man einmal genauer hinsieht. Grund genug, dieses Prinzip und seine Bedeutung fĂŒr das weite Feld des Lehrens und Unterrichtens einmal genauer zu beleuchten.

>>> Das Pareto-Prinzip im privaten Alltag: Es mĂŒssen nicht immer 110% sein!

So ist bei der Hausarbeit, sei es in der KĂŒche oder beim AufrĂ€umen, nach kurzer Zeit eine gewisse „Grundordnung“ geschaffen. Befasst man sich mit den Details und fĂ€ngt zum Beispiel an, die GegenstĂ€nde aus der Schrankwand einzeln abzustauben, kann man sich schier endlos beschĂ€ftigen. Oder nehmen Sie das Reisen: Bei lĂ€ngeren Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (eingeschrĂ€nkt gilt das aber auch fĂŒr das Auto) legt man den grĂ¶ĂŸten Teil der Strecke in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurzer Zeit zurĂŒck. Noch einmal so viel Zeit geht fĂŒr den Weg zum und vom Bahnhof oder Flughafen (oder der Autobahn) drauf.

Dergleichen Beispiele gibt es viele. Anlagespezialisten kalkulieren damit, dass 80% des Risikos sich auf 20% der Investments konzentrieren; Versicherungen gehen davon aus, dass 20% der Autofahrerinnen und Autofahrer 80% der UnfĂ€lle verursachen (was den Vorteil hat, dass jeder, der diese Zahl liest, sich beruhigt zu den restlichen 80% rechnen kann). Dabei muss man sich natĂŒrlich nicht an den blanken Zahlen festhalten – es gilt grundsĂ€tzlich: Mit einer verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringen Portion des Aufwands lĂ€sst sich ein recht großer Teil des Gesamtergebnisses erzielen. In vielen FĂ€llen wird dieser Teil ausreichen, um mit dem Ergebnis gut leben oder damit sinnvoll arbeiten zu können. Lehrer|SchĂŒler findet: Das Pareto-Prinzip sollte unbedingt auch im Schulkontext bedacht werden!

>>> Pareto in der Schule: Bessere Arbeitsergebnisse und Schonung der Lehrergesundheit durch Anwendung der „80-20-Regel“ als Lehrkraft

Übertragen Sie dieses Prinzip einmal auf die Schule und auf die fĂŒr Ihren Unterricht notwendige Vorbereitung
 Na, merken Sie schon etwas? Richtig: Das Pareto-Prinzip lĂ€sst sich hervorragend auf die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern anwenden, wie wir bei unseren Beratungen bei Lehrer|SchĂŒler immer wieder merken. NatĂŒrlich sollten Sie jetzt nicht annehmen, dass Ihre SchĂŒlerinnen und SchĂŒler nach 20% der Stunde, also nach 9 Minuten, schon 80% des Stoffes intus haben und Sie den Rest des Unterrichts Kaffee trinkend im Lehrerzimmer verbringen sollten. Das wird leider nicht funktionieren – und natĂŒrlich haben Sie lĂ€ngst gemerkt, worauf wir hinaus wollen: Es geht ganz offensichtlich um das vielleicht etwas leidige Thema „Homeoffice als Lehrkraft“.

Lehrer|SchĂŒler - Beratung fĂŒr Schulleitungen | lehrerschueler.de

Lehrer|SchĂŒler – Beratung fĂŒr Schulleitungen | lehrerschueler.de

Haben Sie auch manchmal (oder immer?) das GefĂŒhl, endlos an den Vorbereitungen fĂŒr den Unterricht zu sitzen? Ziehen sich Ihre Korrekturen auch endlos, vor allem in den geisteswissenschaftlichen FĂ€chern? Dann sollten Sie sich die Sache einmal unter kompetenter Anleitung praxiserfahrener PĂ€dagoginnen und PĂ€dagoigen im Detail anschauen und dabei das Pareto-Prinzip im Hinterkopf behalten. Unsere professionellen Beraterinnen und Berater coachen Sie bei Bedarf gerne zu den Themen Digitalisierung und Homeschooling, wenn Sie bei der DurchfĂŒhrung effizienten und nachhaltigen Distanzunterrichts Hilfe benötigen, oder ganz grundsĂ€tzlich zu der Frage, wie Sie als Lehrerin oder Lehrer Ihren Unterricht strukturiert und Zeit sparend vorbereiten und Ihre Korrekturen effizient bewĂ€ltigen.

>>> Erleichterung von Korrekturen fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer durch das Pareto-Prinzip

Wie gesagt: Die reinen Zahlen sind nicht in Stein gemeißelt. Und die Arbeiten, um die es geht, sind natĂŒrlich nicht linearer Natur: Wenn Sie fĂŒnf Stunden brauchen, um Ihren Garten umzugraben, sind nicht vier FĂŒnftel der FlĂ€che nach einer Stunde beackert. Und wenn Sie zehn Stunden brauchen, um 30 Englisch-Arbeiten zu korrigieren, werden nicht nach zwei Stunden 24 Hefte auf dem „korrigiert“-Stapel liegen, wĂ€hrend Sie fĂŒr die restlichen sechs acht Stunden brauchen. Das ist natĂŒrlich völlig klar. Dennoch ist das leidige Thema „Korrekturen“ fĂŒr jede Lehrerin und jeden Lehrer ein erster lohnender Ansatz fĂŒr das Pareto-Prinzip.

Lehrer|SchĂŒler - Beratung fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

Lehrer|SchĂŒler – Beratung fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

Beobachten Sie sich einmal selbst: Wie lange brauchen Sie, bis eine SchĂŒlerarbeit einmal durchkorrigiert ist? Und wie lange benötigen Sie, bevor Sie sie dann unterschreiben und weglegen? Und, ganz wichtig: Ändert sich die Note, die Sie im Kopf haben, wenn Sie die Arbeit ein zweites Mal durchkorrigieren? Klar: Das hĂ€ngt von vielen Faktoren ab – von der Aufgabenstellung (und dementsprechend auch von der Klassenstufe), von der QualitĂ€t der erbrachten SchĂŒlerleistung (fĂŒr schlechte Exemplare braucht man lĂ€nger) und nicht zuletzt von der Ă€ußeren Form der abgegebenen Arbeit. Dennoch lohnt sich der Blick aufs Detail.

Stellen wir uns doch einmal die Frage, worauf es bei der Korrektur ankommt! Wir von Lehrer|SchĂŒler denken, als erfahrene LehrkrĂ€fte sind wir uns einig: Die Korrektur soll StĂ€rken und SchwĂ€chen der Arbeit sichtbar machen, der SchĂŒlerin oder dem SchĂŒler aufzeigen, wo sie oder er noch Nachholbedarf hat und was man beim nĂ€chsten Mal besser machen könnte. Nicht zuletzt soll die Korrektur die Note rechtfertigen. Praktische Anleitung und konkrete Tipps, wie Sie diese Kernaufgabe einer Lehrerin oder eines Lehrers effizient und qualitativ hochwertig erledigen, erhalten Sie in unserem Praxiscoaching zu Unterrichtsvorbereitung und Korrektur fĂŒr LehrkrĂ€fte.

>>> Ein moderner Lehrerblick auf Korrekturen durch die Anwendung der „80-20-Regel“ als Lehrkraft in der Schule

Der letzte Punkt ist natĂŒrlich unabdingbar; vor allem in der heutigen Zeit, wo die Diskussionsfreude von SchĂŒlerinnen, SchĂŒlern und Eltern den LehrkrĂ€ften gegenĂŒber nach den Erfahrungen von Lehrer|SchĂŒler aus zahlreichen BeratungsgesprĂ€chen doch stark zugenommen hat und so manche Lehrerin oder so mancher Lehrer den professionellen Rat von Kolleginnen und Kollegen mehr denn je gut gebrauchen kann. Welche Deutsch-Lehrkraft kennt nicht das typische SchĂŒlerverhalten bei der RĂŒckgabe eines Aufsatzes? Arbeit entgegennehmen – Note kontrollieren – Note passt: Arbeit weglegen – Note passt nicht: Arbeit weglegen, Beschwerde bei der Lehrerin oder beim Lehrer. Aufmerksames Lesen der Schlussbemerkung? Womöglich gar Vergleich der Schlussbemerkung mit dem Inhalt des Aufsatzes und den Randbemerkungen der Positivkorrektur?

Meist ist das doch eine vergebliche Hoffnung der Lehrkraft, die sich im Schweiße ihres Angesichts und unter Opferung ihrer NĂ€chte (und etlicher GlĂ€ser Rotweins) große MĂŒhe gegeben hat, den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern haarklein zu erlĂ€utern, an welchen Stellen ihre Argumente nicht klar genug entfaltet sind, wo die SchwĂ€chen ihrer Gedichtinterpretation liegen oder warum der Zeitungsartikel ein „Kommentar“ und kein „Bericht“ ist. Hier kann weniger durchaus mehr sein – reduzieren Sie den Umfang der Randbemerkungen, verzichten Sie auf umfangreiche Schlusskommentare (zwei SĂ€tze sollten es schon sein, bei schlechten Arbeiten sicher auch einmal mehr)! Unter einer sehr guten Deutsch-Arbeit habe ich auch schon einmal nur den schlichten Satz gesehen: „Es ist eine Freude, diese Arbeit zu lesen!“ Das mag dann wieder etwas zu minimalistisch sein, aber die Message ist klar: Arbeiten Sie sich als Lehrerin oder Lehrer nicht auf Kosten Ihrer Lehrergesundheit an den falschen Stellen auf. Unsere professionellen Beraterinnen und Berater aus der schulischen Praxis coachen Sie gerne zu den Themen Lehrergesundheit und Work-Life-Balance, wenn Sie hier als Lehrkraft noch Defizite haben sollten.

>>> „80 Prozent sind genug!“ – eine lohnenswerte Grundeinstellung fĂŒr gestresste Lehrerinnen und Lehrer im schulischen Alltag

Lehrer|SchĂŒler - Beratung fĂŒr Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Lehrer|SchĂŒler – Beratung fĂŒr Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Es gibt noch ein weiteres Feld, auf dem sich das Pareto-Prinzip aus Sicht von Lehrer|SchĂŒler im Schulkontext in auch sehr lohnender Weise anwenden lĂ€sst. Ist man beim Korrigieren doch noch sehr stark an Vorschriften und Formalien gebunden (dazu gehört meist auch die Zahl der Noten, die zu erheben sind), sind Lehrerinnen und Lehrer auf dem Gebiet der Unterrichtsvorbereitung doch sehr frei in der Auswahl ihrer Methoden und Inhalte. Nun wird ja die Referendarin bzw. der Referendar eines Lehramts darauf getrimmt, möglichst in jeder Stunde „das Rad neu zu erfinden“ und ein nie gesehenes Methodenfeuerwerk zu zĂŒnden, das seinesgleichen sucht. Dass sich das im Berufsalltag einer fertigen Lehrerin bzw. eines ausgebildeten Lehrers mit viel mehr Stunden und viel mehr Zusatzaufgaben nicht durchhalten lĂ€sst, merken die meisten Kolleginnen und Kollegen sehr schnell. Dennoch bleibt bei vielen der innere Drang, möglichst oft möglichst „schöne“ Stunden und möglichst perfekte, im Idealfall selbst erstellte Materialien zu produzieren (den Kollegen, der immer noch seine in den 80er Jahren liebevoll von Hand beschrifteten Folien auf den Overheadprojektor legt, lassen wir hier mal außer Betracht).

Auch in solchen FĂ€llen hilft Pareto: Muss der Text, den die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler bearbeiten sollen, wirklich top-aktuell sein – oder reicht nicht einer, der zwar schon ein paar Jahre alt ist, dafĂŒr aber ein zeitloses Thema behandelt und lohnend zu analysieren ist? Ist es wirklich notwendig, fĂŒr die LektĂŒre eigenes Material zu eigenen Leitfragen zu erstellen – oder gibt es nicht auch hervorragende LektĂŒre- und Unterrichtshilfen zu kaufen? Denken Sie daran: Sie sind nicht mehr im Referendariat! Kein Fachleiter, keine Seminarlehrerin oder wer auch immer „zerreißt“ Ihren Unterricht, weil Sie es gewagt haben, Fremdmaterial zu benutzen. Auch die QualitĂ€t Ihrer ArbeitsblĂ€tter und PrĂ€sentationen wird höchstens noch von den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern beurteilt. Und denen – glauben Sie es uns – ist es vielleicht nicht völlig egal, wie Ihre Materialien aussehen (die Kopie von der Kopie von der Kopie finden SchĂŒlerinnen und SchĂŒler auch nicht so toll), aber sie legen wesentlich weniger Wert darauf als Sie als Lehrerin oder Lehrer vielleicht denken. In diesem Sinne: Setzen Sie Pareto ein Denkmal! Streben Sie nach Effizienz in Ihrer tĂ€glichen Arbeit als Lehrkraft, ziehen Sie dort einen Schlussstrich, wo es ohne zu große QualitĂ€tseinbußen möglich ist, und versuchen Sie, sich nicht in Details zu verlieren!

>>> Passende Beratungsangebote von Lehrer|SchĂŒler


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