Was macht eine schlechte Lehrkraft aus – und was eine gute?

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Ein beliebter Klassiker im Deutschunterricht ist Kurt Tucholskys satirische Anleitung “RatschlĂ€ge an einen schlechten Redner”. Darin erlĂ€utert der Autor detailliert, wie eine professionelle Rede aussehen und wie ein Redner sich im Idealfall verhalten sollte, um die Zuhörer zu langweilen und zu verwirren, so dass sie letzten Endes froh sind, wenn endlich die Schlussworte verklungen sind. Das Ganze ist natĂŒrlich eine Satire – und dafĂŒr gedacht, dass man durch Nichtbefolgung der RatschlĂ€ge eben eine gute Rede schreibt. Dass jeder, der schon einmal eine lĂ€ngere rhetorische Darbietung eines ungeĂŒbten Redners ertragen musste (man denke an Vereinsfeiern, Familienfeste und viele andere Gelegenheiten), diese RatschlĂ€ge im Grunde schon kennt, Ă€ndert nichts an ihrer Relevanz.

Im gleichen Sinne wollen wir von Lehrer|SchĂŒler heute fĂŒr Sie als Lehrerinnen und Lehrer untersuchen, was eigentlich Kennzeichen einer schlechten Lehrkraft sind – um dann im Umkehrschluss auch sagen zu können, was eine gute Lehrerin oder einen qualifizierten Lehrer ausmacht. Betrachten wir also zunĂ€chst, wie die gĂ€ngigen Klagen ĂŒber „schlechte LehrkrĂ€fte“ aussehen und machen wir uns anschließend Gedanken ĂŒber das Wesen eines talentierten PĂ€dagogen oder einer nachahmenswerten PĂ€dagogin.

>>> Benotung von Leistungsnachweisen als Dauerstreitpunkt zwischen SchĂŒlerinnen bzw. SchĂŒlern und LehrkrĂ€ften

Aus SchĂŒlersicht steht in dieser Hinsicht nach Ansicht von Lehrer|SchĂŒler sicher zunĂ€chst die Benotung im Vordergrund. Hier bieten sich fĂŒr die “schlechte” Lehrerin oder den unqualifizierten Lehrer zahlreiche Möglichkeiten, seine SchĂŒlerinnen und SchĂŒler nachhaltig zu verĂ€rgern und zu verunsichern – wenn Sie das jedoch vermeiden wollen, bietet sich unser Praxiscoaching zu Unterrichtsvorbereitung und Korrektur fĂŒr LehrkrĂ€fte an: Verzichten Sie zum Beispiel konsequent darauf, Ihre Kriterien der Notenfindung transparent zu machen! Gerade das weite Feld der “mĂŒndlichen Noten” (auch “kleine Leistungsnachweise” genannt) eröffnet hier zahlreiche Möglichkeiten, den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern unangenehme Überraschungen zu bereiten.

Lehrer|SchĂŒler - Beratung fĂŒr Eltern von SchĂŒlern | lehrerschueler.de

Lehrer|SchĂŒler – Beratung fĂŒr Eltern von SchĂŒlern | lehrerschueler.de

Halten Sie also möglichst viele unangekĂŒndigte Tests ab! Das funktioniert in den meisten FĂ€chern problemlos: Schriftliche Vokabelabfragen in den Fremdsprachen sind ein Klassiker, aber auch in Mathematik kann man gelegentlich eine oder zwei Aufgaben rechnen lassen und die Ergebnisse einsammeln und benoten. Auch echte mĂŒndliche Leistungen sind – zum Beispiel in Form der klassischen Abfrage – jederzeit möglich und natĂŒrlich auch geboten. Daran sind die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler natĂŒrlich auch gewohnt. Ganz wichtig ist es deshalb, die konkrete Wertung bzw. Gewichtung dieser Noten möglichst lange im Unklaren zu lassen. Die Notenverordnungen der LĂ€nder bieten hier zahlreiche GestaltungsspielrĂ€ume. Nutzen Sie diese! Vor allem in BundeslĂ€ndern, in denen die Note nicht errechnet wird, sondern eine “GesamtwĂŒrdigung der Leistungen” darstellen soll, ist das leicht machbar, ohne dass man sich unschönen Auseinandersetzungen mit Schulleitung oder Eltern stellen muss.

Bei schriftlichen Leistungsnachweisen ist das natĂŒrlich etwas schwieriger – schließlich ist die Zahl der Klassenarbeiten oder Klausuren meist im Vorfeld festgelegt. Dennoch findet die talentierte Lehrkraft auch hier FreirĂ€ume. Der Klassiker ist hier sicherlich der Deutschaufsatz, der sich bekanntlich ganz frei nach dem “Nasenfaktor” bewerten lĂ€sst. Auch in einem Fach wie Mathematik lassen sich diese Prinzipien aber gut anwenden. Überlegen Sie sich ruhig schon vor der Klausur, ob Sie zum Beispiel den Lösungsweg bewerten oder nicht – aber sagen Sie das den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern um Himmels Willen nicht!

>>> Gleichbehandlung von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern – wie objektiv sind LehrkrĂ€fte?

Lehrer|SchĂŒler - Beratung fĂŒr Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Lehrer|SchĂŒler – Beratung fĂŒr Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Doch auch abseits der Notengebung ist es leicht, ein schlechter Lehrer zu sein oder als Lehrerin zu versagen. So sollten Sie es unbedingt vermeiden, Ihre SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gleich zu behandeln. Gut, das funktioniert ohnehin nicht hundertprozentig. Deshalb ist es hier sehr wichtig, dass Sie nicht einmal versuchen, den Eindruck zu erwecken, Sie seien objektiv. Zeigen Sie also ruhig ganz offen, dass Sie Ihre “Lieblinge” haben! Hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, wenn Sie sich nur etwas bemĂŒhen. Fragen Sie Ihre SchĂŒlerinnen und SchĂŒler so ab, dass bei den Lieblingen gute Noten herauskommen – und schlechte Noten bei den anderen. Geben Sie den Bevorzugten ruhig die guten, lohnenden Referatsthemen, mit denen sie glĂ€nzen können. Sie sehen, die Möglichkeiten sind vielfĂ€ltig.

Das alles liegt Ihnen so gar nicht und das Image des “harten Hundes” gefĂ€llt Ihnen nicht? Eigentlich lieben Sie Ihre SchĂŒlerinnen und SchĂŒler? Na, das ist doch kein Problem! Kehren Sie einfach die bisher genannten RatschlĂ€ge ins Gegenteil um und seien Sie einfach zu lasch! Besonders in geisteswissenschaftlichen FĂ€chern bietet sich diese Herangehensweise an. Dann bekommen halt alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler gute Noten fĂŒr wenig Leistung, so dass es fĂŒr die Guten schwer wird, ihr Potential auszuschöpfen, und die weniger Guten sich zwar zunĂ€chst freuen, aber frĂŒher oder spĂ€ter auch merken, dass sie eigentlich nichts lernen und fĂŒr die kommenden Schuljahre schlecht gewappnet sind. Vermeiden Sie – wenn Sie so unterwegs sind – auch unbedingt die Sanktionierung von fehlenden Hausaufgaben und Ähnlichem!

Ach ja, an dieser Stelle gleich noch ein Hinweis von Lehrer|SchĂŒler zur Notenfindung: Die Korrekturzeiten fĂŒr Klausuren und Klassenarbeiten sollten Sie konsequent ausnutzen! Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler fragen Sie ja ohnehin spĂ€testens in der Stunde nach der Klassenarbeit, ob Sie sie schon korrigiert haben. Gönnen Sie sich ruhig fĂŒr jedes Mal, wenn Ihnen diese Frage gestellt wird, einen weiteren Tag Korrekturzeit! Vermeiden Sie es aber auf jeden Fall, deshalb Ihre Korrektur sorgfĂ€ltiger oder transparenter als ĂŒblich zu machen! Ein paar rote Striche, quer ĂŒber die Klausur verteilt, dazu ein paar kryptische Anmerkungen in möglichst unleserlicher Handschrift – das rundet das Bild von der unfĂ€higen Lehrerin oder vom schlechten Lehrer erst ab.

>>> Unterrichten als Kernkompetenz von LehrkrĂ€ften – wie sehr können sich Lehrerinnen und Lehrer auf ihr pĂ€dagogisches KerngeschĂ€ft fokussieren?

Das fĂŒhrt uns schon zum dritten Punkt, nĂ€mlich dem Unterricht an sich, der ja nur in den Augen böswilliger Laien und Kultuspolitiker das KerngeschĂ€ft einer Lehrkraft darstellt. Wer kennt sie nicht, die guten WĂŒnsche zum Feierabend, wenn man gegen 14 Uhr von SchĂŒlereltern beim Einkaufen angetroffen wird!? Betrachtet man die vielfĂ€ltigen Aufgaben von LehrkrĂ€ften und wie diese sich auf die Arbeitswoche verteilen, ist das Unterrichten tatsĂ€chlich nur noch Nebensache – den Eindruck haben wir von Lehrer|SchĂŒler in zahlreichen BeratungsgesprĂ€chen mit Lehrerinnen und Lehrern gewinnen können. Zeigen Sie das auch Ihren SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern!

Lehrer|SchĂŒler - Beratung fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

Lehrer|SchĂŒler – Beratung fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

“Buch raus – Seite aufschlagen – dort weitermachen, wo man beim letzten Mal aufgehört hat” reicht in den meisten FĂ€chern völlig aus. Motivierende Einstiege, vielfĂ€ltige Methoden, SchĂŒlerzentrierung? Das ist doch – seien wir ehrlich – “Perlen vor die SĂ€ue geworfen”. Halten Sie sich als Lehrerin oder Lehrer auch nicht zu lange mit verstĂ€ndlichen ErklĂ€rungen auf! Wer die zweite Ableitung der quadratischen Funktion oder die Symbolik in der Lyrik Eichendorffs nicht gleich versteht, ist ohnehin fehl am Platz in Ihrem Unterricht!

Zeigen Sie auf diese Weise auch die Liebe zu Ihrem Unterrichtsfach! Schließlich haben Sie ein UniversitĂ€tsstudium absolviert, mit dem Sie auch Professorin oder Professor hĂ€tten werden können. Das funktioniert auch umgekehrt! Wenn Sie ein zweites Fach haben, das Sie nur aufgrund der Einstellungschancen studiert haben oder von dem sich Ihre Interessen schlicht abgewendet haben, lassen Sie die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler das ruhig spĂŒren, indem Sie Ihren Unterricht entsprechend gestalten!

>>> Krankheitsbedingte Fehlzeiten und zweifelhafte Körperpflege als Lehrerin oder Lehrer

Wenden wir uns damit von der “Kundschaft” ab und beschĂ€ftigen wir uns ein wenig mit der Person der Lehrerin oder des Lehrers! Ein Klassiker bei der Beurteilung der QualitĂ€t einer Lehrkraft sind diesbezĂŒglich die Fehlzeiten. NatĂŒrlich streben Sie wie jede Lehrerin und jeder Lehrer – ja, eigentlich wie jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer – danach, möglichst wenig krank zu sein. Allerdings sind Sie als Beamtin oder Beamter (wie auch als Angestellte oder Angestellter im öffentlichen Dienst) ja gehalten, auf Ihre Gesundheit und die Erhaltung Ihrer Arbeitskraft zu achten.

Daran sollten Sie immer denken, wenn es morgens ein wenig im Hals kratzt oder der kleine Zeh juckt! Dass das immer dann passiert, wenn gerade viele Klausuren zu korrigieren sind oder Ă€hnliche Aufgaben drĂ€ngen, ist ja nicht Ihre Schuld! Außerdem ist jeder ersetzbar. Wenn Sie regelmĂ€ĂŸig in wichtigen Phasen des Schuljahres lĂ€nger ausfallen, wird jeder VerstĂ€ndnis haben. [An dieser Stelle ein ernst gemeinter Einschub von Lehrer|SchĂŒler: SelbstverstĂ€ndlich sollten Sie das andere Extrem ebenso vermeiden! Wenn Sie krank sind, gehören Sie ins Bett und nicht in die Schule – in Zeiten einer Pandemie gilt das erst recht!]

Diese AufzĂ€hlung ist natĂŒrlich nicht abschließend. Denken Sie an weitere Punkte wie das persönliche Erscheinungsbild und ĂŒberlegen Sie sich, ob Sie als Dressman oder Model arbeiten – oder als Lehrerin bzw. Lehrer! Wirken Sie durch Ihre Lehre, nicht durch Ihr Aussehen! Ein wenig Mundgeruch, fettige Haare und ein Kleidungsstil, der nur mit Fantasie als “Stil” zu bezeichnen ist, runden das Bild der schlechten Lehrkraft perfekt ab. Wenn Sie dann doch vermeiden wollen, als Lehrkraft negativ aufzufallen: Wir beraten Sie gerne zu der Frage, welche Kleidung als Lehrerin oder Lehrer angemessen ist.

>>> Das eigene Lehrerimage bewusst gestalten: Ernsthafte Tipps zur professionellen Wahrnehmung der Lehrerrolle

So – nun möchte natĂŒrlich niemand eine schlechte Lehrkraft sein. Es ist daher Zeit fĂŒr einige ernsthafte und nicht weiter satirische Worte an Sie als Lehrerin oder Lehrer: Wenn Sie sich also in den obigen Punkten erkannt haben (vielleicht auch nur teilweise), sollten Sie an sich arbeiten! Auch dabei können die “RatschlĂ€ge an einen schlechten Lehrer” hilfreich sein. Wenn Sie Ihr Image nachhaltig aufpolieren wollen (oder mĂŒssen), kann auch die professionelle Beratung fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer von Lehrer|SchĂŒler Sie dabei sinnvoll unterstĂŒtzen.

Abschließend ein Rat, den ich einmal von einem Kollegen zu Beginn der Lehrerlaufbahn gehört habe und der fĂŒr mich fast alle Kriterien einer guten Lehrerin bzw. eines guten Lehrers zusammenfasst: “Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch!“ – dann ist Disziplin im Unterricht fortan kein Problem mehr! Damit ist fast alles gesagt. ErgĂ€nzen Sie noch PĂŒnktlichkeit und VerlĂ€sslichkeit (auch und gerade gegenĂŒber Kolleginnen und Kollegen), und die “gute Lehrkraft” ist fertig! Diese Kerntugenden machen insgesamt schon einen Gutteil des erfolgreichen Wirkens als Lehrerin oder Lehrer aus.

>>> Passende Beratungsangebote von Lehrer|SchĂŒler


Kontaktieren Sie uns jederzeit gerne!


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