Selbstmordgedanken als Lehrerin oder Lehrer – Berufsrisiko Depression und Burnout f├╝r Lehrkr├Ąfte?

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Die Verzweiflung unter Lehrerinnen und Lehrern scheint gro├č zu sein: Depressive Verstimmungen und Burnout sind Krankheitsbilder, die im Lehrerberuf ├╝berproportional h├Ąufig vorkommen. Selbstmordgedanken unter Lehrkr├Ąften sind der ultimative Ausdruck von bohrender Unzufriedenheit, tiefer Verzweiflung und dem Gef├╝hl von Ausweglosigkeit. Wie kann es sein, dass in einem Job, der sich wie kein zweiter dem Dienst an der Gemeinschaft verschrieben hat, Menschen sich so alleingelassen und hilflos f├╝hlen, dass sie – nach einem h├Ąufig jahrelangen Leidensweg – ernsthaft in Erw├Ągung ziehen, ihrem Leben ein Ende zu setzen? Lehrer|Sch├╝ler versucht im Folgenden, den Bedingungen des Lehrerdaseins in Deutschland nachzusp├╝ren: Gibt es Gr├╝nde, warum unter Lehrerinnen und Lehrern die Krankheitsbilder der Depression und des Burnouts besonders stark verbreitet sind? Und vor allem: Was k├Ânnen Lehrkr├Ąfte gegen Unzufriedenheit, Antriebslosigkeit, wahrgenommene Sinnlosigkeit des eigenen beruflichen Tuns und das Aufkommen von Suizidgedanken im Lehrerberuf tun?

Ein Disclaimer ist bei diesem heiklen Thema aus unserer Sicht unumg├Ąnglich: Wir sind Bildungsdienstleister und unsere professionellen Beraterinnen und Berater mit jahre- und jahrzehntelanger Erfahrung im aktiven Lehrdienst, in der Personalf├╝hrung in der Schule und auch in der Ausbildung von Lehrkr├Ąften tun ihr M├Âglichstes, um Sie auf Augenh├Âhe – etwa im Rahmen einer kollegialen Fallberatung oder mit unserem Praxiscoaching zu den Themen Lehrergesundheit und Work-Life-Balancekompetent und individuell zu betreuen. Wir sind jedoch keine Therapeutinnen und Therapeuten, wollen das auch nicht sein und k├Ânnen Ihnen einen Besuch und eine professionelle Beratung dort als Betroffene oder Betroffener auch nicht ersparen. Es macht aber erfahrungsgem├Ą├č Sinn, wenn Sie unser Coachingangebot f├╝r Lehrerinnen und Lehrer parallel dazu wahrnehmen, um gemeinsam mit uns einen berufsbezogenen L├Âsungsansatz f├╝r Ihre heikle Lage als Lehrkraft zu erarbeiten, der sich auch praktisch im Schuldienst umsetzen l├Ąsst.

>>> Stress und Hektik im Lehreralltag – Lehrerinnen und Lehrer sind „st├Ąndig unter Strom“

Was viele Au├čenstehende (und selbst noch viele Lehrerinnen und Lehrer w├Ąhrend ihrer Ausbildung) v├Âllig falsch einsch├Ątzen, ist, welch hohe Anforderungen der Lehrerberuf auf t├Ąglicher Basis an Lehrkr├Ąfte stellt. Zum einen ist dies untr├╝gliches Kennzeichen des Lehrerjobs, aber andererseits – das hat sich in etlichen Lehrer|Sch├╝ler-Beratungsgespr├Ąchen in den letzten Jahren erwiesen – versch├Ąrfen viele P├Ądagoginnen und P├Ądagogen ihre belastende Lage durch ihr Handeln oft noch selbst. Im Rahmen unseres Coachings zu Lehrergesundheit und Work-Life-Balance schulen wir Sie in kompetentem Lehrerhandeln, das auch die Wahrnehmung der Verantwortung f├╝r das eigene gesundheitliche Wohlergehen als Lehrkraft bedeutet.

Lehrer|Sch├╝ler - Beratung f├╝r Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

Lehrer|Sch├╝ler – Beratung f├╝r Lehrerinnen und Lehrer | lehrerschueler.de

Lehrerinnen und Lehrer m├╝ssen in besonderem Ma├če in der Lage sein, spontan und flexibel auf sich ├Ąndernde Bedingungen zu reagieren. Innerhalb von wenigen Momenten kann es, w├Ąhrend sie vor der Klasse stehen und „performen“, n├Âtig werden, das m├╝hsam erdachte Unterrichtskonzept ├╝ber den Haufen zu werfen. Das ist nicht nur frustrierend, es ist auch f├╝r erfahrene P├Ądagoginnen und P├Ądagogen ein konstant gro├čer Stressfaktor. Statt in den Pausen zwischen den Unterrichtsstunden aktiv abzuschalten und sich Inseln der Ruhe zu g├Ânnen, hetzen viele Lehrerinnen und Lehrer durch das Schulhaus, f├╝hren Gespr├Ąche „zwischen T├╝r und Angel“ mit Kolleginnen und Kollegen, Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern, Eltern oder der Schulleitung, die meist unproduktiv sind, jedoch die dringend ben├Âtigte Kurzerholung verhindern – auch im Lehrerzimmer finden viele Lehrkr├Ąfte also keine echte M├Âglichkeit, sich zu entspannen. Zahlreiche Zusatzaufgaben, die nach den Unterrichtsstunden zu erledigen sind und als „Dienstpflicht“ deklariert werden – Korrekturen, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, aber auch Planungen f├╝r Projektwochen oder die aktive Gestaltung der Au├čendarstellung der Schule – rauben vielen Lehrerinnen und Lehrern die letzte Kraft und nicht selten auch den n├Ąchtlichen Schlaf.

>>> Belastende Problemgespr├Ąche mit Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern, Eltern, der Schulleitung und den Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen

Lehrer|Sch├╝ler - Beratung f├╝r Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Lehrer|Sch├╝ler – Beratung f├╝r Lehramtsreferendare | lehrerschueler.de

Nicht immer handelt es sich bei Gespr├Ąchen in der Schule um reinen Informationsaustausch oder gemeinsame Planungen, die zwar Zeit raubend, aber nicht besonders belastend w├Ąren. Oft genug geht es dabei um echte Problemgespr├Ąche, die auch berufserfahrenen Lehrkr├Ąften psychisch und mental zusetzen k├Ânnen. Beispiele hierf├╝r kennen wir von Lehrer|Sch├╝ler auf Grund unserer zahlreichen Beratungsgespr├Ąche mit Lehrerinnen und Lehrern genug: Weinende Sch├╝lerinnen k├Ânnen die harte, aber gerechte Notengebung nicht nachvollziehen, Sch├╝ler wollen ├╝ber ausgesprochene Schulstrafen diskutieren, Eltern verkennen die Leistungsf├Ąhigkeit ihres Kindes und wollen Lehrerinnen und Lehrer davon ├╝berzeugen, dass ihr Kind hochbegabt sei und einer besonders individuellen Betreuung bed├╝rfe – oder sie drohen mit dem Anwalt, weil die Note in der letzten Klassenarbeit nicht nach ihrem Geschmack ausgefallen ist und Schulleitungen bitten zum Rapport, weil es Beschwerden ├╝ber eine Lehrkraft gegeben hat, zu denen diese sich nun ├Ąu├čern soll.

Das Lehrerleben kann auch ein Spie├črutenlauf sein, da viele Gruppen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Interessen beteiligt sind: Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler w├╝nschen sich gute Noten, Eltern geht es um den „perfekten“ Schulabschluss, Kolleginnen und Kollegen wollen ihre Arbeitsbelastung senken und die Schulleitung legt Wert auf eine m├Âglichst positive Au├čendarstellung der Schule und maximales Engagement des schulischen Lehrerpersonals. Die einzelne Lehrerin oder der einzelne Lehrer hingegen hat ihre oder seine ganz eigenen Vorstellungen von der Aus├╝bung des Lehrerberufs: Viele Lehrkr├Ąfte wollen kreativ und selbstbestimmt arbeiten k├Ânnen, wollen die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler individuell f├Ârdern und wollen sich als talentierte, beliebte und „gute“ Lehrkraft in der Schulfamilie positionieren. Das lehrertypische „Helfersyndrom“ ist im Sinne der Beibehaltung der eigenen Lehrergesundheit dabei nicht gerade hilfreich.

>>> Schlechte Unterrichtsbedingungen und ungerechte Behandlung im Schuldienst: Frust und Benachteiligung im Lehrerkollegium

Die Tatsache, dass Digitalisierung und moderne Unterrichtsgestaltung im Sinne der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler an vielen Schulen noch immer ein Schattendasein fristen, h├Ąngt nach der Erfahrung von Lehrer|Sch├╝ler oft auch mit den Gegebenheiten an der Schule vor Ort zusammen. Wenn im Schulgeb├Ąude kein funktionierendes oder ein besch├Ąmend schlechtes WLAN vorhanden ist, wenn die „Medienausstattung“ im Geb├Ąude noch immer – wie in den 90er Jahren – aus einem „Medienwagen“ pro Stockwerk besteht und wenn PCs in Unterrichtsr├Ąumen in zu geringer Zahl vorhanden sind, das „Hochfahren“ und Anmelden die H├Ąlfte einer Unterrichtsstunde in Anspruch nimmt und w├Ąhrenddessen die Klasse anderweitig „bespa├čt“ werden muss, vergeht vielen P├Ądagoginnen und P├Ądagogen die Lust auf den Lehrerjob – vor allem, wenn die schlechten Rahmenbedingungen ├╝ber Jahre bestehen und von den zust├Ąndigen Stellen au├čer leeren Versprechungen wenig zu vernehmen ist.

Lehrer|Sch├╝ler - Beratung f├╝r Schulleitungen | lehrerschueler.de

Lehrer|Sch├╝ler – Beratung f├╝r Schulleitungen | lehrerschueler.de

Nicht unerw├Ąhnt bleiben soll auch die Tatsache, dass Frustration im Lehrerberuf auch ganz banale Ursachen haben kann: Wenn Schulleiterinnen und Schulleiter ihr Lob einseitig oder gar nicht im Kollegium verteilen, f├╝hlen sich engagierte Lehrkr├Ąfte ├╝bergangen und nicht wahrgenommen. F├╝r viele Schulleitungen scheint zu gelten: „Nicht getadelt ist genug gelobt.“ Doch so „funktionieren“ Lehrerinnen und Lehrer nicht. Die meisten von ihnen haben sich f├╝r den Lehrerjob entschieden, weil sie anderen Menschen helfen und diese im Leben voranbringen wollen. Die Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit und ihres Einsatzes ist f├╝r viele Lehrkr├Ąfte ├Ąhnlich wichtig wie finanzielle Anreize – wenn nicht wichtiger.

Benachteiligungen k├Ânnen im Lehrdienst auch durch ungerechte dienstliche Beurteilungen, Intransparenz bei der Vergabe von Bef├Ârderungs├Ąmtern, die ├ťberh├Ąufung einzelner Kolleginnen oder Kollegen mit Zusatzaufgaben oder einen harschen und herablassenden Tonfall der Schulleitung gegen├╝ber einzelnen Individuen des Lehrerkollektivs entstehen. Aus solchen Frustrationen kann eine steigende Berufsunzufriedenheit unter Lehrerinnen und Lehrern resultieren, die am Ende in einer handfesten Depression enden kann, wenn sie nicht aufgearbeitet wird – zum Beispiel mit einer kollegialen Fallberatung oder einem professionellen Coaching zu Lehrergesundheit und Work-Life-Balance im Lehrerberuf.

>>> Passende Beratungsangebote von Lehrer|Sch├╝ler


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